Komfort und Sicherheit beim Gärtnern
Leider ist der Garten gerade für ältere Menschen nicht immer nur ein Quell der Freude. Vielen macht er Mühe und Sorgen, und immer wieder passieren zum Teil schwerwiegende Unfälle. Je älter Sie werden, desto sorgfältiger sollten Sie deshalb auf Ihre Sicherheit achten, sich aber auch ein wenig Komfort und Bequemlichkeit gönnen.
Haltung bewahren
Damit Gartenarbeit Spaß macht und nicht zu Lasten des Körpers geht, sind die richtige Arbeitstechnik und die Auswahl des Arbeitsmaterials wichtig. Heben Sie nichts mit gebeugtem Rücken, sondern nur aus der Hocke. Nutzen Sie für den Transport Schubkarre, Rollwägelchen für Pflanztöpfe und andere pfiffige Erfindungen. Achten Sie darauf, möglichst viel in der aufrechten Haltung zu arbeiten. Müssen Sie doch am Boden werkeln, benützen Sie Kniepolster oder einen kleinen Hocker.
Bewährt haben sich moderne Gartengeräte wie Rechen, Hacke oder Grubber, die im Klicksystem mit verschiedenen Stielen kombiniert werden können: Kurze Stiele für die direkte Arbeit an der Pflanze, längere für das rückenschonende Arbeiten in aufrechter Haltung. Gekrümmte Stiele verbessern den Arbeitswinkel und verhindern Haltungsschäden. Leichte Aluminiumstiele lassen nicht so schnell Ermüdungserscheinungen aufkommen.
Teleskopsysteme
Wer hoch hinaus will, um Äste von Bäumen oder Sträuchern zu schneiden, muss heute nicht mehr auf der Leiter balancieren. Teleskop-Schneidegeräte lassen sich je nach Bedarf von 2,30 bis zu über vier Metern ausziehen und machen sogar Arbeiten in sechseinhalb Metern Höhe vom sicheren Boden aus möglich. Auch der Schnittwinkel kann vom Boden aus eingestellt werden. Moderne Rollenübersetzungen verstärken die Kraft der Hände. Die Mechaniken der neuen Baumschneider wurden komplett nach innen verlegt, so dass sich das Werkzeug nicht mehr so leicht im Geäst verhakt.
Bei der Anschaffung von Ast- und Heckenscheren sollte man allgemein darauf achten, dass sie leicht sind und die von außen angewendete Kraft optimal übertragen oder vervielfältigen. Aber auch Hecken- und Strauchscheren mit Akkumotor sparen natürlich viel Kraft. Moderne Geräte sind leicht und bedienungsfreundlich und nicht mehr nur etwas für kräftige Männer. Auch Rasenmäher sind durch die neuen Akku-Technologien deutlich leichter und wendiger geworden. Die Akkus halten länger, lassen sich schneller und komfortabler wieder aufladen als früher und sind so eine echte Alternative zum lästigen Kabel oder zum Benzinmäher geworden.
Selbstüberschätzung ist gefährlich
Überprüfen Sie Ihre Gartenwege und Terrassen: Ist der Weg pflegeleicht, eben und fest gebaut? Ist er breit genug auch für Koffer oder Einkaufshilfen auf Rollen, für Rollstuhl oder Rollator? Haben Sie an genügend Licht vor allem an „heiklen“ Punkten gedacht? Treppen und Stufen sollten so weit wie möglich vermieden werden. Lassen sie sich nicht durch Rampen oder abfallende Wege ersetzen, brauchen sie ein stabiles Geländer.
Versuchen Sie immer wieder neu realistisch einzuschätzen, welche Arbeiten Sie noch selbst machen können und wo Sie Hilfe brauchen. Ein professioneller Landschaftsgestalter oder Gärtner hilft Ihnen effektiv und kann wertvolle Tipps geben. Aber auch Nachbarn, Freunde oder Verwandte gehen oft gern zur Hand, wenn man Ihnen zeigt, dass man Ihre Hilfe zu schätzen weiß. Loben Sie großzügig, auch wenn Ihre Helfer vielleicht manches etwas anders machen, als Sie es sich vorgestellt haben.
