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Internet für Senioren

Hand über Computermaus

Im Jahr 2008 nutzten hier zu Lande bereits vierzig Prozent der über Fünfzigjährigen das Internet – und ihre Zahl dürfte seitdem noch einmal deutlich gestiegen sein. Es spricht sich herum, dass das World Wide Web gerade Älteren viel zu bieten hat. Noch vor zehn Jahren kamen die meisten Senioren über Familienmitglieder ins Netz, heute haben es viele schon beruflich genutzt und gehen ganz selbstverständlich damit um.

Die schnelle, einfache Kontaktmöglichkeit mit Familie und Freunden ist für die Älteren noch immer der wichtigste Grund, ins Internet einzusteigen. Man tauscht Emails und Bilder aus, kommuniziert gern auch per Bildschirmtelefon. Familien verstreuen sich heute nicht selten über den ganzen Erdball, und das Web bleibt manchmal die einzige Möglichkeit, einander wieder nahe zu kommen.

Gerade Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wissen aber auch seine vielfältigen anderen Möglichkeiten zu schätzen. Bankgeschäfte tätigen, Fahrkarten kaufen, die Leihfrist in der Bibliothek verlängern, Reiseangebote vergleichen und buchen, einen Blumenstrauß oder ein Buch kaufen und an die gewünschte Adresse schicken… Das Internet spart viele Wege, oft auch Zeit und Geld.

Das gilt auch für den Bereich Recherche und Informationsbeschaffung, der von vielen Älteren noch vergleichsweise zurückhaltend genutzt wird. Über Sechzigjährige bauen zu allererst auf gedrucktes Wissen, aber auch auf den Rat persönlich bekannter Autoritäten wie Ärzte, Dozenten, auf öffentliche Beratungsstellen oder Rechtsanwälte - noch. Auch hier ist der Wandel schon in vollem Gange. Gerade wer im fortgeschrittenen Alter weiter aktiv bleibt, sich ehrenamtlich, in seiner Freizeit oder beruflich engagiert, kommt an der Informations- und Kommunikationsplattform Internet heute nicht mehr vorbei.

Möglichkeiten nutzen, Gefahren kennen

Wer spät einsteigt, tut sich beim Umgang mit dem Medium naturgemäß schwerer. Auch Jüngere haben ja oft zu kämpfen: Undurchsichtige Fehlermeldungen, Paketaufkleber, die sich nicht ausdrucken lassen, unerklärliche Verbindungs-Zusammenbrüche, Mobbing in Chats und Foren, Spam, Viren und immer neue kriminelle Maschen können jedem User das Leben schwer machen – und mehr Zeit und Geld kosten, als das Internet jemals einsparen könnte. Deshalb ist es wichtig, sich gründlich und in aller Ruhe ins Internet einführen zu lassen, möglichst noch bevor man die ersten unangenehmen Fehler machen kann.

Einen guten, noch dazu kostenlosen Einstieg auch für absolute Computer-Neulinge bietet eine Broschüre – eigentlich ist es mehr ein Buch – der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), mit Namen „Wegweiser durch die digitale Welt – für ältere Bürgerinnen und Bürger“, Bezugsadresse siehe unten. Hier wird man als Neuling persönlich und fürsorglich an die Hand genommen und gleichzeitig sehr klar und knapp in alle wichtigen Bereiche eingeführt.

Für alle, die gerne in Gemeinschaft lernen, werden an Volkshochschulen und vielen anderen Bildungsinstituten Kurse speziell für die Zielgruppe 50 plus angeboten. Hier bekommt man oft auch hilfreiche Tipps zur Anschaffung eines Computers oder zum Einrichten des Internetzugangs. Erkundigen Sie sich vorher nach der Gruppengröße – je kleiner die Gruppe, desto individueller wird man auf Ihre Bedürfnisse eingehen können.

Wer schon Basiskenntnisse hat, kann sich das nötige Internetwissen auch über das Medium selbst besorgen. Lernen am Computer hat nicht nur den Vorteil, dass man seinen Lernort freier wählen kann. Sie verfügen auch frei über Ihre Zeit, können ganz Ihrem individuellen Rhythmus folgen – zum Beispiel für Menschen mit Konzentrationsproblemen oder anderen gesundheitlichen Störungen ein riesiger Vorteil. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie gelernt haben (oder auf Ihre alten Tage noch lernen), sich selbständig zu motivieren und zu disziplinieren.

Kostenlose E-Learning-Programme speziell für Ältere bietet zum Beispiel die eLSe Academy, siehe unten. Einen Überblick über die Möglichkeiten des Lernens mit Computer und Internet gibt die E-Learning-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung, siehe unten.

Doch auch für bereits erfahrene User tun sich im Internet immer neue Gefahren auf. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, sich zu schützen, zum Beispiel über die gut aufbereitete Site des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik: www.bsi-fuer-buerger.de


E-Learning-Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): www.eldoc.info

Die Broschüre „Wegweiser durch die Digitale Welt – für ältere Bürgerinnen und Bürger“ kann kostenlos bestellt werden bei:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Bonngasse 10
53111 Bonn
Tel. 02 28/24 99 93-0
wegweiser@bagso.de
www.bagso.de

ELearning-Kurse im Bereich Computer und Internet speziell für Ältere: www.el-se.org

Die „Freiburger Internet-Treffs“ bieten kostenlosen Zugang zum Internet und Kurse für Senioren, wohnortnah in verschiedenen Stadtteil-Begegnungsstätten: siehe www.f-i-t.info 

Für Internet-Erfahrene, die ihr Wissen weitergeben möchten, gibt es in Baden-Württemberg die „Senior-Internet-Initiativen“: www.senior-internethelfer.de

... und eine bundesweite Initiative des Wirtschaftsministeriums: www.internet-erfahren.de