Kleine Helfer
Wenn Kraft und Geschicklichkeit nachlassen, wird uns bewusst, wie sehr unser Alltag vielfältige Fähigkeiten einfach voraussetzt – als könnten sie gar nicht verloren gehen. Vom morgendlichen Aufstehen bis zum Einschlafen ist nichts so selbstverständlich, wie es scheint. Zähne putzen, Waschen, Anziehen, Frühstücken, Telefonieren, Spazierengehen, Lesen, am Computer arbeiten… Vieles wird anstrengend, manches unmöglich, und wir erschrecken vor der Perspektive, unsere Freiheit und Selbständigkeit mehr und mehr zu verlieren.
Zum Glück haben sich findige Menschen viele kleine und größere Helfer ausgedacht, die sogar so manchen Pflegedienst ersetzen könnten, wenn die Betroffenen von ihnen wüssten. Den Strumpfanzieher zum Beispiel, der auch beim Überstreifen von Kompressionsstrümpfen hilft. Das Essbesteck oder Fixierbrett für Menschen, die nicht mehr fest zugreifen können. Verschiedene Wasch- und Eincreme-Hilfen für schwer zugängliche Körperpartien. Leicht fixierbare und dennoch sichere Griffe für Bad und Küche. Aufsteckbare Füße, die Sitzmöbel oder Tische höher machen. Katapultsitze oder Spezialsessel für Senioren, die nicht alleine aufstehen können. Flexible, pfiffige Mobilitätshilfen für Drinnen und Draußen. Auch für Sehbehinderte gibt es Lese- und Vorlesegeräte, Spezialsoftware, Großtastenhandys, Lupen und vieles mehr.
Eine umfassende Übersicht über Hilfsmittel in vielen Bereichen bietet die Website des gemeinnützigen Vereins „Barrierefrei Leben“ www.online-wohn-beratung.de . Dort können Sie sich auch online beraten lassen.
Wahrscheinlich gibt es aber auch in Ihrer Nähe eine Wohnberatung, die sich mit Hilfsmitteln und ihrer Finanzierung auskennt – fragen Sie unbedingt bei der Seniorenberatungsstelle Ihrer Kommune oder bei Ihrer Pflegekasse nach. Denn oft macht es Sinn, nicht einfach nach und nach einzelne Hilfsmittel anzuschaffen, sondern vorher „ganzheitlich“ über die Wohn- und Lebenssituation nachzudenken. Gemeinsam mit einem/r kompetenten und unabhängigen Berater/in können Sie für sich ein Konzept entwerfen, das Ihre gesamte Lebenswelt mit einbezieht: Angehörige, Freunde und Nachbarn, Haustiere, berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten und Hobbys.
Hilfsmittelberatungszentrum und barrierefreies Probewohnen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke in Freiburg im Breisgau: www.dgm.org
Gebrauchte Hilfsmittel aller Art können Sie auf einer Seite des Unfallopfer-Hilfswerks kaufen oder verkaufen: www.hilfsmittelboerse.de.
Infoportal für Blinde und Sehbehinderte: www.seh-netz.de
Informationspool Computerhilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte: www.incobs.de