Seniorengerecht wohnen

Wie Sie im Alter leben wollen, müssen Sie selbst herausfinden. Ratschläge von Familie und Freunden, von selbsternannten oder echten Fachleuten können Sie guten Gewissens in den Wind schlagen, sobald sie Ihnen nicht genügend Freiraum lassen. „Seniorengerecht“ ist von Mensch zu Mensch etwas anderes. Einer fühlt sich in der Seniorenresidenz gut aufgehoben, ein anderer schwört auf das pralle Leben im generationenübergreifenden Wohnprojekt. Die eine kann gerade im Alter ohne die Infrastruktur einer Großstadt nicht existieren, die andere findet ihr Glück auf dem Land, zwischen Hühnern und Hochbeet.
Wer gute Gründe hat, lieber zu bleiben, wo er ist, muss nicht ins barrierefreie Appartement umziehen. Genau so wenig sollten Sie sich vornehmen, das viel zu groß gewordene Haus um jeden Preis für die Kinder erhalten zu wollen, wenn Sie eigentlich lieber anders wohnen würden. Die Kunst des Alterns hat viel mit einer heiklen Balance zu tun, die immer wieder neu hergestellt werden muss: Wir müssen lernen, mutig und tatkräftig Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, aber auch, uns helfen zu lassen, wo es nötig ist.
Individuelle Beratung
Wer sich frühzeitig informiert, das heißt vor der eigenen Pflegebedürftigkeit, kann erheblich gelassener an die Problematik herangehen. Zwar können Sie nie für alle Eventualitäten vorsorgen. Doch Sie können mit Angehörigen und Freunden offen über Ihre Zukunftspläne und Vorstellungen sprechen. Offenheit ist die beste Voraussetzung dafür, flexible Netzwerke der gegenseitigen Unterstützung zu knüpfen, ohne andere unter Druck zu setzen. Erkundigen Sie sich nach Möglichkeiten und Preisen verschiedener Wohnformen für Senioren in Ihrer Nähe. Rechnen Sie nach, welche Art des Wohnens Sie sich leisten können.
Wenn Sie bereits gesundheitliche Einschränkungen haben, aber möglichst nicht umziehen möchten, hilft Ihnen ein Beratungsgespräch zum Thema Wohnungsanpassung, auf Wunsch direkt bei Ihnen zu Hause. Ansprechpartner hierfür ist neben der Kranken- bzw. Pflegekasse auch die Seniorenberatungsstelle Ihrer Kommune. Sind größere Umbauten oder Anschaffungen notwendig, informieren Sie sich auch zu den individuellen Möglichkeiten der Finanzierung. Ist eine entsprechende Pflegestufe anerkannt, können Hilfsmittel oder bauliche Maßnahmen bezuschusst oder ganz übernommen werden, zum Teil von Ihrer Pflegekasse, aber auch von Reha-Trägern, der Sozialhilfe oder der Wohnungsbauförderung Ihres Bundeslandes. Auch über die folgenden Internet-Adressen können Sie sich (vor-)informieren.
Materialien und Listen regionaler Ansprechpartner bekommen Sie von der
Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.:
www.wohnungsanpassung.de
c/o Koordinierungsstelle Rund ums Alter
Mühlenstr. 48
13187 Berlin
Tel.: 030 / 47 53 17 19
Fax : 030 / 47 53 18 92
Der Verein Barrierefrei Leben e.V. bietet viele nützliche Informationen und eine kostenfreie Online-Wohnberatung:
www.online-wohn-beratung.de
Richardstr. 45
22081 Hamburg
Telefon: 040-2999 5656
Telefax: 040-29 36 01
Das Sozialministerium Nordrhein-Westfalen mit Tipps zur Wohnungsanpassung und zur Finanzierung:
www.wohnberatung.nrw.de
Umfassende Datenbank über Hilfsmittel für Behinderte – vom Badewannenlifter bis zum Spezialschuh:
www.rehadat.de
Beratungsstellen in Freiburg im Breisgau:
Aktuell zusammengefasst in der Broschüre „Wohnen und Begegnung für Senioren in Freiburg“, zu beziehen bzw. online herunterladbar beim:
Freiburger Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt
Technisches Rathaus
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Tel. 0761 / 201-3032
www.freiburg.de/senioren
seniorenbuero@stadt.freiburg.de
Wohnberatung des VdK Baden-Württemberg in Freiburg:
Dipl. Ing. Sabine Daiber
Tel. 0761 77043
sabinedaiberdi@versanet.de
