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Wohnen in der Seniorenresidenz

Wohnen in einer Seniorenresidenz

Auch Seniorenresidenzen und Wohnstifte sind eigentlich „Betreutes Wohnen“, weil sie eigenständiges Wohnen mit Betreuungsleistungen verbinden. So sind denn auch die Grenzen zwischen Wohnanlagen des Betreuten Wohnens und Residenzen in Einzelfällen fließend. Dennoch unterscheiden sich die beiden Wohnformen vom Prinzip her erheblich, und zwar insbesondere in ihren Preisen und Leistungen.

Wohnstifte gibt es schon seit dem 13. Jahrhundert. Sie wurden in den vergangenen Jahrhunderten als mildtätige Stiftungen vor allem für ledige Frauen aus bürgerlichen Schichten entwickelt. Das Eintrittsalter lag oft schon im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt. Heute sind Wohnstifte von den jüngeren Seniorenresidenzen praktisch nur noch durch ihre Tradition zu unterscheiden.

Wohnen mit Niveau

Es gibt einige große, überregionale Residenz-Anbieter (z.B. Augustinum, KWA, Rosenhof, Pro Seniore), aber auch viele regionale. Die Träger können als Stiftung oder Verein organisiert sein oder auch als private Unternehmen. Das Prinzip beruht wie beim Betreuten Wohnen auf der Kombination eines seniorengerechte Appartements mit Betreuungs- bzw. Serviceleistungen. Der Unterschied liegt im allgemein gehobenen Wohnstandard sowie in dem großen Umfang der enthaltenen Service-, Freizeit-, Bildungs- und Kulturangebote. Die „Pensionspreise“, wie die monatlichen Miet- und Servicepauschalen gern genannt werden, sind dementsprechend deutlich höher.

Residenzen, die diesen Namen verdienen, gleichen Hotels des gehobenen Standards, bieten ein gutes Restaurant, schöne Gartenanlagen, manchmal ein Schwimmbad, Bibliothek, Sport- und Medienräume und in der Regel eine Rezeption, die rund um die Uhr besetzt ist. Meist ist die Nutzung dieser Räume und Einrichtungen im Pensionspreis enthalten.

Das Kultur- und Freizeitprogramm sollte niveauvoll und vielseitig sein: Konzerte, wissenschaftliche Vorträge, Lesungen, kreative Kurse, Sprachkreise, Gesundheitsangebote, Spielabende… Oft müssen nur größere Veranstaltungen oder Ausflüge extra bezahlt werden. Ein wahres „Schlaraffenland“ also für vielseitig interessierte, aktive Menschen – oder solche, die es wieder werden wollen! Andererseits ist eine Seniorenresidenz eine „Welt für sich“, in der Sie überwiegend von älteren Menschen umgeben sind. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie sich damit wohlfühlen.

Hoher Basispreis, viel Leistung

Auch die Wohnleistungen umfassen in Residenzen normalerweise mehr als im Betreuten Wohnen. Oft sind die wöchentliche Reinigung des Appartements, ein tägliches Mittagsmenü im Restaurant, Müllentsorgung, manchmal auch Telefonkosten inbegriffen. Frühstück, Kaffee und Abendessen werden häufig als Wahlleistung angeboten. Bei vorübergehender Erkrankung wird manchmal ohne Extrakosten im Appartement gepflegt. Auch wer auf Dauer pflegebedürftig wird, hat oft bis zuletzt die Möglichkeit, im eigenen Appartement gepflegt zu werden.

Weil Residenzen und Wohnstifte dem Heimgesetz unterliegen, bekommen die Bewohner auch Leistungen aus der Pflegeversicherung für den stationären Bereich – das verbessert die Pflegesituation gegenüber dem Betreuten Wohnen. Eine Concierge kümmert sich um kleine Probleme des Alltags, ein Hausmeisterdienst steht zur Verfügung, auch bei rechtlichen oder behördlichen Problemen wird manchmal kostenfrei beraten.

Natürlich sind aber all diese Leistungen nicht wirklich „kostenfrei“, sondern werden mit dem monatlichen, festen Pensionspreis abgegolten. Der beginnt je nach Lage der Residenz, Wohnungsgröße und Leistungspaket für eine Person in einem kleinen Ein-Zimmer-Appartement bei etwa 1500 Euro. Ziehen Sie zu zweit ein und möchten in einer Zwei- bis Dreizimmerwohnung leben, erhöhen sich die Kosten auf ca. 2500 Euro (untere Grenze). Haben Sie etwas höhere Ansprüche in Bezug auf die Lage und Ausstattung der Residenz und/oder der Wohnung, kommen Sie schnell auf einen monatlichen Grundpreis von 3000 bis 4000 Euro. Neben dem Pensionspreis zahlt man bei Vertragsabschluss manchmal ein (einmaliges) Wohndarlehen, das bei etwa 5000 Euro beginnt und sich bis zum Zehnfachen steigern kann. Das Darlehen wird mit der Miete verrechnet oder bei Auszug bzw. im Sterbefall an die Erben ausgezahlt. Dies nur als Anhaltspunkt – in der Realität variieren die Kosten beträchtlich. Mit Glück können Sie vor allem in weniger begehrten Lagen auch preiswertere Residenzen mit guten Leistungen finden. Doch in der Regel ist diese Wohnform natürlich nur etwas für Menschen mit hohen Altersbezügen und/oder einem stattlichen Vermögen.

Warteliste und Probewohnen

Eine Liste der Residenzen und Stifte in Ihrer Nähe erhalten Sie bei den Seniorenberatungsstellen Ihrer Kommune. Auch die Appartements in Residenzen wurden übrigens in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Fällen recht klein geplant. Deshalb müssen Interessenten sich oft gegenüber Ihrer bisherigen Raumsituation stark einschränken oder viele Jahre auf eine größere Wohnung warten. Informieren Sie sich rechtzeitig, und lassen Sie sich gegebenenfalls auf eine Warteliste eintragen. Bedenken Sie auch, dass manche Residenzen niemanden aufnehmen, der bereits beim Einzug pflegebedürftig ist.

In den meisten Häusern können Sie für einige Tage Probewohnen, das heißt in eine Gästewohnung einziehen und den Alltag testen. Schnuppern Sie in aller Ruhe in die Angebote hinein, probieren Sie die Küche im Restaurant, führen Sie Gespräche mit Mitbewohnern… So haben Sie eine gute Chance, herauszufinden, ob Sie sich wirklich zu Hause fühlen können.


Für die bundesweite Suche nach Wohnstiften und Residenzen:

Heimverzeichnis der „Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung“ (BIVA) e.V. : www.heimverzeichnis.de