Dienstleister und Haushaltshilfen
Fremde Hilfe anzunehmen, fällt den meisten Menschen unendlich schwer. Deshalb bauen so viele Ältere auf die Unterstützung ihrer Angehörigen, wenn es ums Putzen oder Kochen, um die Wäsche, Fahr- oder Einkaufsdienste geht. Die Furcht ist groß, bestohlen, betrogen oder auch das Opfer übler Nachrede zu werden, wenn man fremden „dienstbaren Geistern“ Einblicke in private Angelegenheiten geben muss. Solche Ängste sind nur allzu verständlich. Wir Menschen sind nun einmal als familienorientierte „Herdentiere“ angelegt, die den Gefährten der eigenen Sippe beinahe blind vertrauen, während Fremde grundsätzlich unser Misstrauen wecken.
Angehörige entlasten
Wirklich begründet und vernünftig ist dieses Verhalten allerdings nicht. Unzählige ältere Menschen sind schon im kleinen oder größeren Maßstab von Angehörigen ausgenommen, belogen oder bestohlen worden. Unzählige werden jeden Tag das Opfer böser Nachrede ihrer eigenen Kinder, Schwiegerkinder, Geschwister oder Partner - beim Friseur oder am Stammtisch, unter Freunden oder im Dorfladen. Sie trauen Ihrer eigenen Familie einen solchen Vertrauensbruch nicht zu? Gerade wenn die Familienbeziehungen gut funktionieren, ist es klug, sie nicht aufs Spiel zu setzen und die Opferbereitschaft der Angehörigen nicht mehr als nötig zu strapazieren.
Hören Sie sich einmal bei denen um, die schon seit vielen Jahren Haushaltshilfen beschäftigen. Sie werden zwar viele Klagen über ungeschickte, wenig kompetente oder unzuverlässige Menschen hören, aber sehr selten mit dem Verdacht des Diebstahls oder schlimmerer Delikte konfrontiert werden. Ehrlichkeit ist bei der Arbeit im Privathaushalt die wichtigste Geschäftsgrundlage, auf die beide Seiten großen Wert legen. Geben Sie sich also einen Ruck, und erkundigen Sie sich zum Beispiel bei Nachbarn oder Freunden nach Personen oder Unternehmen, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben.
Nerven schonen, Steuern sparen
Natürlich kosten Dienstleistungen Geld, doch die Mehrausgaben sind vielleicht geringer als Sie denken. Auch wenn Sie die Tochter oder Schwiegertochter putzen lassen, werden Sie sich ja auf die eine oder andere Weise erkenntlich zeigen wollen. Immerhin zwanzig Prozent der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen - bis zu einem Betrag von 600 Euro jährlich – können Sie von Ihrer Steuerschuld abziehen. Sind Sie pflegebedürftig, dann sind es bis zu 1200 Euro im Jahr. Darunter fällt nicht nur die Putzhilfe, sondern auch Wäsche- oder Gartenpflege.
Zusätzlich sind noch einmal zwanzig Prozent der Lohnkosten von haushaltsnahen Handwerkerleistungen - bis zu 1200 Euro jährlich – absetzbar. Das gilt unter anderem für die Reparatur und Wartung von Haushaltsgegenständen wie Waschmaschine oder Fernseher, aber auch für Malerarbeiten, Fassaden- und Dachreparaturen, Erneuerung von Bodenbelägen, Modernisierung des Bades, der Küche, der Elektroinstallationen, der Heizung. Natürlich können Sie diese Vorteile nur nutzen, wenn Sie nicht schwarz arbeiten lassen.
Ambulante Hilfen für jeden Geldbeutel
Erkundigen Sie sich bei einer unabhängigen Seniorenberatungsstelle Ihrer Kommune, was in Ihrer Nähe unter dem Stichwort „ambulanten Hilfen“ so alles geboten wird. Das ist vermutlich mehr, als Sie denken. Zahlreiche Wohlfahrtsverbände und Kirchen, aber auch Vereine, Stiftungen oder private Unternehmen organisieren zum Beispiel Essen auf Rädern oder offene Mittagstische. Wenn Sie von einer kleinen Rente leben müssen, schicken Nachbarschaftshilfen oder Zeitstiftungen tatkräftige Hilfe oder eine/n Betreuer/in ins Haus. In vielen Städten und Gemeinden gibt es Organisationen, die in diesem Fall auch handwerkliche Dienste gegen Unkostenbeitrag erledigen.
Brauchen Sie eine Begleitung beim Spazierengehen, für Kultur- oder Freizeitunternehmungen, helfen kommerzielle Anbieter oder Freiwilligendienste gerne weiter. Auch das Einkaufen können Sie sich einfach machen: Immer mehr Geschäfte bieten ihren Kunden Bringdienste an. Wertvollen Service für Senioren leisten auch Wäschedienste, Friseure, Fußpfleger, Entrümpler, Winterdienste, Gärtner, Finanz- und Steuerberater und andere mehr.
Informationen zur steuerlichen Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen auf den Seiten den Finanzministeriums Rheinland-Pfalz: www.fm.rlp.de unter „Steuerrecht“, „Fragen und Antworten“