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Wohntechnik

Mann spricht in altes Telefon

Schon heute erleichtern uns unzählige technische Assistenzsysteme den Alltag. Wir können uns ein Leben ohne Waschmaschinen, Kühlschränke, Aufzüge, Autos oder Telefone längst nicht mehr vorstellen. Neue Entwicklungen sollte man deshalb grundsätzlich neugierig und positiv beobachten und kritisch beurteilen, ob sie im Einzelfall tatsächlich das Leben im Alter leichter machen. Ein Beispiel für eine technische Idee, die längst ihren Siegeszug in unzählige private Wohnungen von Senioren und Seniorinnen angetreten hat, ist der Hausnotruf in Gestalt eines einfachen Funkknopfes, den man um den Hals oder am Handgelenk tragen kann. Er bietet Sicherheit rund um die Uhr und gehört heute standardmäßig zum Leistungskatalog der meisten Pflegedienste. Auch Treppenlifte in allen Variationen leisten schon seit Jahrzehnten wertvolle Dienste in vielen Häusern, deren Bewohner in die Jahre gekommen sind.

Service-Roboter und Lebensassistenz

Eine wichtige Rolle werden in naher Zukunft mit Sicherheit einige nützliche Erfindungen spielen, die bereits jetzt auf dem Markt sind. Beispiele sind der selbständig agierende Staubsauger, intelligente Herde mit Abschaltautomatik und andere Produkte für Haushalt und Garten, die mehr Bedienungskomfort oder weniger Kraftaufwand versprechen, aber auch das Pedelec, das Elektrofahrrad mit Zusatzmotor (siehe unter Mobilität und Reisen). Diese Produkte werden wohl schon bald ganz ausgereift sein, um dann unseren Alltag in hoher Stückzahl, mit niedrigeren Preisen und in verschiedenen Varianten für unterschiedliche Zielgruppen zu erobern. Auch allerlei Service-Roboter, die für einfache Tätigkeiten im Haushalt und in der Kranken- und Altenpflege eingesetzt werden können, sind auf dem Vormarsch.

Wohin geht die Entwicklung? „Ambient Assisted Living“ (umgebungs-assistiertes Wohnen), kurz AAL, ist die aktuelle Bezeichnung für technische Systeme zur Unterstützung von im weitesten Sinne Hilfsbedürftigen im Alltag. Hier zu Lande spricht man auch von „Lebensassistenzsystemen“. Die Diskussion um den demografischen Wandel hat in den letzten Jahren intensive, von Politik und Wirtschaft unterstützte Forschungstätigkeiten ausgelöst.

Zum Beispiel unter dem Begriff des „Intelligenten Wohnens“ mit seiner Vernetzung und Automation vieler Tätigkeiten. Das „Smart Home“ (intelligentes Zuhause) regelt die Temperatur, das Licht und den Schutz gegen Einbruch im ganzen Haus vollkommen selbständig und – idealerweise – wirtschaftlicher und ökologischer, als Menschen es tun würden. Auch Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Kaffeemaschine und Herd oder Multimediasysteme wie Musikanlagen, Fernseher, PC können in das System eingebunden, aber auch vom Bewohner individuell ferngesteuert werden. Das „iHomeLab“ im schweizerischen Luzern macht den aktuellen Stand der Forschung erlebbar (Webadresse siehe unten). Auch „Intelligente Kleidung“, die Blutdruck und Herzfrequenz kontrolliert, bei Bedarf wärmt oder kühlt oder gar einen Notruf absetzt, könnte schon in näherer Zukunft einen Markt haben.

Technik, die mitdenkt

Zahlreiche Forschungsinstitute im In- und Ausland sind mit der Entwicklung komplexer Systeme beschäftigt, die die vielschichtige Intelligenz des Menschen auf Technik übertragen sollen: „Künstliche Intelligenz“ lautet das Stichwort. Doch was dem Menschen leicht fällt, ist für ein Computersystem noch immer eine enorme Herausforderung: flexible Entscheidungen zu treffen, sich wechselnden Situationen anzupassen.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern arbeiten derzeit beispielsweise an einem System, das über ein Netzwerk vieler unaufdringlich montierter Sensoren detaillierte Umgebungsinformationen sammelt, diese analysiert und situationsbezogen reagiert. Das System soll eines Tages in der Lage sein, zu beurteilen, ob sich bei einem Bewohner eine Verschlechterung abzeichnet und vor allem, ob ein akuter Notfall vorliegt - auch wenn der Bewohner selbst nicht mehr aktiv werden kann. „Mitdenkende“ Systeme sind eine interessante Zukunftsoption, die allerdings auch ethische Fragen und Datenschutz-Probleme aufwerfen dürfte.


Das „iHomeLab“ können Sie virtuell, aber auch ganz real besuchen:
Hochschule Luzern - Technik & Architektur
CEESAR - iHomeLab
Technikumstrasse 21
CH-6048 Horw
T + 41 41 349 35 99
www.ihomelab.ch

Weitere Informationen und Adressen mit Showrooms in Ihrer Nähe finden Sie auf einer Website des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie(ZVEI) unter www.intelligenteswohnen.com

Website des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE) mit Informationen zu „Ambienten Lebensassistenzsystemen“: www.iese.fraunhofer.de

Portal für Assistenzsysteme mit Suchfunktion zu verschiedenen Bereichen:
www.aal-portal.org