Würdevoll sterben mit Demenz
Das neue „Pro Alter“ Magazin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe beschäftigt sich im Spätjahr mit einem scheinbar äußerst schwierigen Thema: Unter dem Titel „Abschied vom Leben“ geht es um Demenzkranke in der letzten Phase vor ihrem Tod. Doch eigentlich gilt hier, was ganz allgemein fürs gute Altern formuliert werden kann: Selbstbestimmung beziehungsweise der aufmerksame, achtsame Umgang mit dem Menschen ist die Basis, von der aus vieles möglich ist.
Wie sterben Menschen mit Demenz eigentlich? Dieser Frage geht Tania Zieschang, Fachärztin für innere Medizin und klinische Geriatrie, im ersten Artikel nach. Ihre Antwort: Ganz anders als zum Beispiel Menschen mit Krebs- oder chronischen Erkrankungen. Typisch ist eine langsame, graduelle Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Die Behandlung von Schmerzen und Maßnahmen gegen Ängste sollten im Vordergrund stehen, sowie alles, was die Lebensqualität erhöht. Dagegen können lebensverlängernde Maßnahmen um jeden Preis, wie eine komplexe Medikation mit vielen Nebenwirkungen, auch einmal zurückstehen.
In einem Interview mit der Dementia-Care-Trainerin Gerlinde Strunk-Richter wird deutlich, wie wichtig im Umgang mit Demenzkranken allgemein die nonverbale Kommunikation ist. „Hand halten, Hand- oder Fußmassage, Mundpflege mit dem Lieblingsgetränk, Musik oder das Schaffen einer ruhigen Umgebung sind ebenso als Kommunikation zu werten wie das gesprochene Wort. Mit all diesen Maßnahmen kann ich Kontakt herstellen und Beziehung gestalten.“ In einer ausführlichen Tabelle listet sie ganz pragmatisch viele nützliche Lösungsansätze und Tipps für typische Probleme der Sterbephase auf.
Der letzte Artikel befasst sich mit einem speziellen Konzept der Begleitung sterbenskranker Menschen in der Wohnanlage Sophienhof in Niederzier. Geschäftsführerin Gerda Graf erläutert die vier Säulen ihrer Arbeit: „Psychosoziale Begleitung“ (in der die Biografiearbeit eine wichtige Rolle spielt), „Spirituelle Begleitung“ (die „intrinsisch“, also auch unabhängig von äußerlich angenommenen Religionen verstanden wird), „Palliative Pflege“ (in der die Linderung von Leiden aller Art im Mittelpunkt steht) und „Palliative Medizin“ (die von speziell ausgebildeten Ärzten geleistet wird). Ein Konzept, das nicht nur, aber auch bei demenzkranken Sterbenden gut funktioniert.
„Pro Alter“ ist zu beziehen bei:
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